Written by Torsten on 29. März 2010 – 10:51
Die Leiharbeit hat in Deutschland nicht den besten Ruf und ist für die meisten Arbeitnehmer in der Zeitarbeit auch nur die zweite Wahl. Dabei lohnt es sich jedoch, der Zeitarbeit eine Chance zu geben – besonders für Arbeitnehmer mit niedriger Qualifikation und für Langzeitarbeitslose.
Leiharbeitsverhältnisse wurden in Deutschland geschaffen, um Produktions- und Dienstleistungsspitzen der Industrie abzudecken. Adressiert waren die Beschäftigungsverhältnisse in der Zeitarbeit vor allem an niedrig qualifizierte Arbeitnehmer, die so den Einstieg oder Wiedereinstig in die Beschäftigung fanden. In Deutschland gibt es die Zeitarbeit nach langen Jahren des Verbotes seit den 70er Jahren. Damals spielte sich die Leiharbeit hauptsächlich an Fließbändern der Industrie ab, die händeringend nach flexiblem Personal suchte. Aus vielen Leiharbeitsverhältnissen wurden damals tatsächlich noch feste Arbeitsverträge, wenn sich der Leiharbeiter in der Produktion gut bewährt hatte. Heute hingegen dürfen die Chancen auf eine Übernahme im entleihenden Betrieb eher mit Vorsicht genossen werden: Nur ein geringer Teil der Leiharbeiter wird tatsächlich fest angestellt im Kundenunternehmen.
Zeitarbeit ist aber auch heute noch eine Chance, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Besonders Langzeitarbeitslose, die bei den Personalchefs der großen Unternehmen gnadenlos aussortiert werden, schaffen über die Personaldienstleistung den Wiedereinstieg. Aus einem Zeitarbeitsverhältnis bewirbt es sich zudem immer besser als aus der Arbeitslosigkeit heraus. Viele Personaldienstleister stehen einer Beendigung des Zeitarbeitsverhältnisses zudem nicht im Weg, wenn ihr Leiharbeiter endlich eine Festanstellung bekommen hat. Die Löhne orientieren sich in der Zeitarbeit an der Qualifikation des Leiharbeiters und reichen von etwa sechs Euro in den neuen Bundesländern bis zu 18 Euro für Facharbeiter im Süden.